WoW: Exploits und Bugs in Azeroth – die Schattenseite der schnellen Patches!

 WoW: Exploits und Bugs in Azeroth – die Schattenseite der schnellen Patches!

Seit vielen, vielen Jahren genießt Blizzard den Ruf, vergleichsweise polierte und feingeschliffene Spiele zu veröffentlichen. Vergleichsweise, weil es gerade bei so komplexen wie umfangreichen Titeln wie einem World of Warcraft schlicht unmöglich ist, wirklich jeden Fehler und all die potenziellen Balancing-Ungereimtheiten im Zuge von Alpha- und Beta-Tests bereits im Vorfeld auszumerzen. Vergleichsweise aber auch, weil es die Konkurrenz in den letzten fast vierzehn Jahren oftmals schlechter hinbekommen hat, ihren Online-Abenteuern zum Release und darüber hinaus einen ähnlich hohen Grad an Feinschliff zu verpassen.

Da geht er hin, der gute Ruf

Mit Blick auf World of Warcraft beginnt die heile Fassade von Blizzard jedoch so langsam zu bröckeln. Der Grund: Mit den letzten Patches landeten jedes Mal nicht nur neue Inhalte und Verbesserungen, sondern auch eine ganze Reihe schwerwiegender Fehler auf den Live-Servern. Fehler, die sich negativ auf den Spielspaß auswirken und mir immer häufiger das Gefühl vermitteln, mein Heimat-Realm Blackhand (und all die anderen Realms) sei zu einem neuen öffentlichen Testserver umfunktioniert worden. Im Folgenden liefere ich ein paar Beispiele aus den letzten Monaten.

Patch 7.3.5 bringt Level-Skalierung

WoW-Patch 7.3.5 war zwar nur ein Zwischen-Update, hatte aber mit der flexiblen Level-Skalierung für die alte Welt ein Feature im Gepäck, das sich spürbar auf viele Inhalte und Systeme von WoW auswirkt. Statt Spielspaß beim Twinken gab es zuerst jedoch an allen Fronten Frust. Alte Raids und Dungeons waren plötzlich bockschwer, verschiedene Spezialisierungen bekamen ihre Gegner kaum noch zu Boden und Fähigkeiten wie der Demoralisierende Ruf sorgten dafür, dass Spieler für die Dauer des Effekts überhaupt keinen Schaden mehr machten. Es dauerte, bis Blizzard die schlimmsten Skalierungsprobleme behoben hatte.

Pre-Patch aus der Bug-Hölle

Die Level-Skalierung in WoW sorgte mit den Patch 7.3.5 sowie 8.0.1 für jede Menge Ärger. Die Level-Skalierung in WoW sorgte mit den Patch 7.3.5 sowie 8.0.1 für jede Menge Ärger. Quelle: PC Games MMORE Die Level-Skalierung sollte jedoch bald erneut ein großes Thema werden, nämlich mit dem Release des Pre-Patches für Battle for Azeroth. Die Skalierung in Kombination mit der Werte- und Item-Quetsche sorgte beim Leveln für viel Unmut. Zu gering fiel plötzlich der Erfahrungsfortschritt aus, zu wenig Schaden verursachen die Helden erneut, zu schwer waren viele Gegner. Einige Bosse und seltene Kreaturen schickten selbst Tanks mit einem Schlag zu Boden. Dazu kamen Login-Probleme, zahlreiche Bugs und das Geständnis von Game Director Ion Hazzikostas, dass man nicht genau weiß, durch welchen Fehler die Problem der Level-Skalierung entstehen.

Ohne Ende Bugs im Endgame

Das nächste fehlerbehaftete Beispiel lieferte Blizzard erst am 05. September, als die Entwickler die wichtigsten Endgame-Inhalte von Battle for Azeroth auf die Live-Server schaufelten. Mit dabei, erneut: jede Menge Fehler. So konnten Spieler etwa Weltbosse mehrfach für Beute legen, sich in gewerteten PvP-Partien kurzerhand sämtliche Erfolge der ersten PvP-Saison erspielen oder sich in der wöchentlichen Mythic-Kiste eine Belohnung abholen, obwohl die Mythic-Plus-Saison gerade erst angefangen hatte.

Beta-Server 2.0

Man kann den Entwicklern sicherlich nicht nachsagen, dass sie nichts dafür tun würden, diese ganzen Probleme zeitnah in den Griff zu bekommen. Fast täglich sind seit dem Release von Battle for Azeroth Hotfixes auf den Live-Servern gelandet, die sich den Bugs und Exploit-Möglichkeiten sukzessive annehmen. Es bleibt jedoch aktuell das Gefühl, Teil einer zweiten Beta-Instanz zu sein und für den Test knapp dreizehn Euro pro Monat nach Kalifornien überweisen zu dürfen. Doch woran könnte es liegen, dass in der jüngeren Vergangenheit derart viele Fehler auf den Live-Servern landen?

Man kann nicht alles haben

Mein Tipp: Die Patch-Politik, die Blizzard seit dem Release von Legion an den Tag legt, zeigt nun ihre Schattenseite. In der letzten Erweiterung haben es die Entwickler erstmals geschafft, über den gesamten Lebenszyklus eines Addons regelmäßig neue Inhalte auf die Server zu schmeißen. Das kam gut bei vielen Spielern an, bei mir auch. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass die Designer die Tests kommender Features in einer ähnlich hohen Taktung durchführen müssen. Offensichtlich hätten einige Änderungen aus diesem Jahr jedoch längere und umfangreichere Testrunden nötig gehabt, weswegen wir seit geraumer Zeit als inoffizielle Beta-Tester fungieren.

Die Erkenntnis, die ich für mich daraus ziehe: Zeitnah Content-Nachschub auf der einen Seite und polierte, feingeschliffene Inhalte auf der anderen – wir können auf lange Sicht offenbar nicht beides haben. Blizzard sollte meiner Meinung nach etwas vom Gas gehen und sich wieder mehr Zeit für ausgiebige Tests neuer Inhalte nehmen. Auf Frust und Ärger habe ich im Spiel nämlich keine Lust. Lieber warte ich ein paar Wochen länger auf ein Feature, einen Patch oder eine Erweiterung.

quaffel

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